Sanfte Manuelle Therapie®
SMT® nach Dr. med. Michael Graulich ist ein ganzheitliches Therapiekonzept.
Durch eine Hüft-, Knie- und Sprunggelenksubluxation (Subluxation = Teilausrenkung) entsteht eine Beinverlängerung, die Folge ist ein Beckenschiefstand. Dadurch bildet sich eine Verspannung der tiefliegenden Gesäßmuskulatur, die sowohl einen schmerzhaften Zug auf die Hüfte als auch gleichzeitig eine Einklemmung des Ischiasnervs verursachen kann.
Der Beckenschiefstand setzt auch die Ilio-Sakral-Gelenke unter Spannung. Bei einer Druckerhöhung, z. B. durch zunehmende Beckenmuskelverspannungen drücken die Beckenschaufeln das Kreuzbein in der oberen Partie nach vorne, und es entsteht ein Hohlkreuz.
Solche Muskelverspannungen übertragen sich im Laufe der Zeit auf die gesamte Beckenmuskulatur und breiten sich vom Becken her über den gesamten Körper aus.
Dabei ist die Spannung im Lendenwirbelbereich am größten, sie wird aber auf Grund des stärkeren Zuges häufig in der Nacken-, Schulter- und Armregion deutlicher und schmerzhafter wahrgenommen.
Nimmt die Spannung in der Rückenmuskulatur ständig – besonders in Phasen verminderter Bewegung wie langem Stehen, Sitzen oder Liegen – zu, werden die Rückenwirbel fester aufeinander gepresst. Unter schwerer körperlicher Belastung können die Bandscheiben sogar so stark komprimiert werden, dass sie einreißen und ein Bandscheibenvorfall entsteht.
Wird die Ursache dieser Verspannungen – nämlich die Hüft- und Kreuzbeinsubluxation – nicht korrigiert bzw. behoben, kommt es zu einer Verformung der Wirbelsäule.
Der Grad einer Wirbelsäulenverformung hängt vielfach von der Schwere und der Dauer einer bestehenden Hüft- und Kreuzbeinsubluxation ab.
Durch die möglichen Wirbelverschiebungen können Nerven eingeklemmt werden, die seitlich aus dem Rückenmark bzw. der Wirbelsäule heraustreten und je nach Wirbelsäulenabschnitt bestimmte Organe versorgen. Die Einklemmung solcher Nerven kann zu Funktionsstörungen der betreffenden Organe führen und bei ungünstigen äußeren Einflüssen die Entstehung von Krankheiten begünstigen.
Behandlung
Die besondere Art der manuellen Therapie besteht darin, dass bei der Behandlung keine Dehnung und ruckartige Repositionsbewegungen wie bei der klassischen Chirotherapie angewandt werden. Bei der SMT® wird zur Korrektur von Wirbelsäulen- und Gelenkschäden lediglich ein Massagedruck ausgeübt, und die Mobilisation der Gelenke geschieht durch das Schwenken einer Extremität.
Die Behandlung mit der Sanften Manuellen Therapie beginnt mit der Untersuchung der Beinlängendifferenz. Nach dem Beinlängenausgleich werden die Schulterblätter und die Wirbelsäule vom 7. Halswirbel bis zum 5. Lendenwirbel sowie das Kreuzbein untersucht und die Fehlstellungen mit den speziellen SMT-Therapiegriffen wieder eingerichtet. Die Halswirbelsäule wird im Sitzen untersucht und behandelt. Es können dann noch Untersuchungen und Behandlungen weiterer Körpergelenke erfolgen.
Literatur
Dr. med. Michael Graulich, Wunder dauern etwas Länger, Margarethen Verlag 2002.
Dr. med. Michael Graulich, Fast alles ist möglich, Margarethen Verlag 1999.
